Geschichte der Sprachwissenschaft in Leipzig
Die Erforschung der Sprache hat an der Universität Leipzig eine lange Tradition. Im späten 19. Jahrhundert und im frühen 20. Jahrhundert war Leipzig nach allgemeiner Einschätzung tatsächlich das Weltzentrum für die Erforschung der Sprache. Zu dieser Zeit arbeiteten in Leipzig die Junggrammatiker, denen wir unter anderem die grundlegenden grammatischen Studien der indoeuropäischen Sprachen verdanken, und die mit ihrer theoretischen Ausrichtung und wissenschaftlichen Stringenz (z. B. in Bezug auf das Postulat der Ausnahmslosigkeit von Lautgesetzen) die grammatiktheoretische Forschung bis heute prägen. Zu
den in Leipzig tätigen Jungrammatikern zählen so bedeutende Namen wie Karl Brugmann, Wilhelm Streitberg, August Leskien, Eduard Sievers und Wilhelm Braune. Daneben ist mit Georg von der Gabelentz einer der Schöpfer der modernen Sprachtypologie zu dieser Zeit in Leipzig tätig gewesen. Ebenso sind die Grundlagen der Psycholinguistik geschaffen worden von den in Leipzig tätigen Psychologen Wilhelm Wundt und Ottmar Dittrich.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzten sich in der Sprachwissenschaft mehr und mehr Herangehensweisen durch, die unter dem Begriff Strukturalismus subsumierbar sind. Bedeutende Vertreter des Strukturalismus wie Jan Baudouin de Courtenay, Nikolaj Trubetzkoy, Leonard Bloomfield und nicht zuletzt Ferdinand de Saussure haben in Leipzig studiert oder gelehrt; Ferdinand de Saussure hat sogar an dieser Universität promoviert.
Auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Leipzig in der sprachwissenschaftlichen Forschung alles andere als bedeutungslos. Es war der einzige Ort in der DDR mit einem Studiengang Allgemeine Sprachwissenschaft und international sichtbarer universitärer Forschungstätigkeit. Die Forschungen in diesem Zeitraum sind mit so berühmten Namen verbunden wie Rudolf Ruzicka, Gerhard Helbig, Wolfgang Fleischer, Theodor Frings und Manfred Bierwisch. Letzterer hat in Leipzig mit der grundlegenden Studie zur deutschen Syntax im Rahmen von Chomskys generativer Grammatik promoviert und wird heute weithin als der bedeutendste lebende deutsche Sprachwissenschaftler angesehen.
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Kurz&Gut. Produktion von Kurzfilmen zum Universitätsjubiläum
Innerhalb der thematischen Schwerpunkte:
1. "Alma Mater Lipsiensis. Innenansichten einer modernen Universität" und
2. "Geschichts-Bilder. Alma Mater Lipsiensis 600 Jahre"
entstanden modular einsetzbare, jeweils fünf- bis siebenminütige dokumentarische Filme, die von Studierenden unter Anleitung realisiert wurden. Diese Filme zeigen den jungen Blick der Kommunikations- und Medienwissenschafts-Studierenden (und anderer Fächer) und sind zugleich professionell produziert.
Im einzelnen handelt es sich um folgende Kurzfilme:
1. Tagein - tagaus. Studieren heute (Arbeitstitel)
2. Revolten, Umbrüche in 600 Jahren (Arbeitstitel)
3. Restaurierter Kosmos. MitarbeiterInnen der Universitätsbibliothek Leipzig sprechen von ihrer Restaurationstätigkeit aus Anlass der Ausstellung "Kosmos des Wissens" (Eröffnung am 26. März in Leipzig, dann New York und Houston) (Arbeitstitel)
4. Reizvoller "Kosmos des Wissens" (Arbeitstitel). Was die MitarbeiterInnen der Universitätsbibliothek an den Exponaten der Ausstellung reizt. Clips für die Tochscreen-Installation der UB-Ausstellung
Die Filme werden realisiert in Kooperation mit dem Universitätsarchiv, der Universitätbibliothek und der Leipziger Firma commlab GmbH.
Veranstaltungsort
Zentrum für Medien und Kommunikation, Emil-Fuchs-Straße 1, 04105 Leipzig
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Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Prof. Dr. Rüdiger Steinmetz
Burgstraße 21
04109 Leipzig
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Fax: +49 (0)341 97 35749
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