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Projektgruppe: Kunst – Liturgie – Geschichte

Dr. Christian Forster

Piasten, Přemysliden, Habsburger: Die Konkurrenz um herrscherliche Repräsentation im sakralen Bereich. Zwischen Karolinger-Rezeption und französisch geprägter Hochgotik, 1250–1306

KLG_Forster

Křivoklát / Pürglitz, Burg,
Tordurchfahrt mit Säulchen der přemyslidischen Ära (Kopien des 19. Jhs.)

Foto: Markus Hörsch

 

Kurzbeschreibung

Der Kunsthistoriker Dr. Christian Forster bearbeitet im Projekt „Piasten, Přemysliden, Habsburger: Die Konkurrenz um herrscherliche Repräsentation im sakralen Bereich. Zwischen Karolinger-Rezeption und französisch geprägter Hochgotik, 1250–1306“ die qualitätvolle Architektur hofnaher Kirchenbauten, ihrer Bauskulptur und ihrer liturgischen Nutzungen, eingebettet in das komplexe Feld europaübergreifender Bezüge.

Im Untersuchungszeitraum und auf den Gegenstand der Hof- und Burgkapellen bezogen, entfaltete die Pariser Sainte-Chapelle des französischen Königs Ludwig IX. eine starke Wirkung. Zu prüfen ist, ob neben stilistischen auch technische Übernahmen erfolgten und ob das Konzept einer Architektur, die der Weisung und Verehrung von Herrenreliquien diente, im Römischen Reich, den Ländern der böhmischen Krone und den piastischen Herzogtümern auf Nachahmung stieß. Auffälligerweise errichtete Ottokar II. für den ihm von Ludwig IX. geschenkten Dorn aus der Dornenkrone Christi keine Hofkapelle, sondern das Zisterzienserkloster Zlatá Koruna. Hier stellt sich die Frage, inwiefern Klöster und Stifte als Orte der Hofhaltung funktionieren konnten. Zählt die Kapelle im Kloster Plasy zu den "Hofkapellen", da sie an eine "residentia regia" angeschlossen war? Mit der Aachener Pfalzkapelle Karls des Großen kommt ein weiterer Bau hinzu, dem eine weit reichende Rezeption nachgesagt wird. Doch scheint die noch in den Kapellen der Kaiserburgen Nürnberg und Cheb (Eger) aufscheinende Aachen-Tradition im Herrschaftsbereich Ottokars II. und seines Sohnes Wenzel II. nicht fortgesetzt worden zu sein.