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Projektgruppe: Ostmitteleuropa transnational

Dr. Dagmara Jajesniak-Quast

Sozialistische ökonomische Integration Ostmitteleuropas im RGW und dessen Einbindung in die Weltwirtschaft

OMT_Quast Sonderbriefmarkenserie zum Thema „35 Jahre RGW“

Kurzbeschreibung

Die Geschichte der europäischen Einigungsbewegung hat das Interesse der Historiker erweckt und dennoch steht eine konzise Analyse der ökonomischen Integrationsversuche in Ostmitteleuropa des 20. Jahrhunderts insbesondere die Geschichte des RGW noch immer aus. Die wenigen Arbeiten zur sozialistischen wirtschaftlichen Integration fokussieren zu wenig auf die Akteure und Netzwerke, die jenseits der politischen Lager agieren und stellen zu sehr die „traditionellen" politischen Integrationsbemühungen ins Zentrum des Interesses, statt sich transnational der Region zu nähern.

Anknüpfend an die wenigen diskursanalytischen, institutionen- und politikgeschichtlichen Arbeiten untersucht das Projekt „RGW - Integration und Desintegration Ostmitteleuropas" unter den Staats- und Regierungsebenen mit Konzentration auf die Akteure und ihrer Netzwerke. Dieser Ansatz ist gerade für die Erforschung der Verflechtung der RGW-Wirtschaften in der Weltwirtschaft, die oft eine Form der „hidden Integration" (Tom Misa und Johan Schot) annahm, so wichtig.

Mit den ausgewählten Beispielen der Integrationsbestrebungen von unten zeichnet das Projekt die Wege auf, die diese Region geprägt haben und noch beeinflussen, um dem Spagat zwischen dem Streben nach nationaler Souveränität und der Notwendigkeit der überregionalen Integration zu entkommen. Eine Studie der internationalen Branchenorganisationen, wie Agromasch, Intermetall oder Zusammenarbeit der Eisenbahnen (OSŽD), die parallel zu den Ständigen Kommissionen des RGW für Landwirtschaft, Schwarzmetallurgie oder Transport Ende der 1950er und am Anfang der 1960er Jahren entstanden und Kontakte auch zu Westeuropas vor allem seit dem Anfang der 1970er Jahren unterhielten, soll im Ergebnis die weniger bekannte globalen Verflechtung des „Ostblocks" zeigen.

Die Auswertung der Primärquellen in den Nationalarchiven ist auf Grund des lückenhaften Forschungsstandes unumgänglich. Die Forschungsstrategie sieht daher zunächst die Ausnutzung der vorhandenen Quellen in den zentralen Archiven in Berlin, Warschau und Prag und dann eine exemplarische Besuche im RGW- Archiv in Moskau als auch UN ECE-Archiv in Genf vor. Außerdem werden die Fach- und Branchenperiodiken sowie Statistiken herangezogen.