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Neuerscheinungen

Jb Wirtschgesch 1 14 Wirtschaftliche Verflechtungen Ostmittel- und Südosteuropas im 19. Und 20. Jahrhundert / Economic Entanglements of East Central and Southeast Europe in the 19th and 20th Centuries (= Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1-2014)

Herausgeber des Heftes: Uwe Müller, Toni Pierenkemper
Ort, Verlag: Bochum, De Gruyter
Jahr: 1-2014
ISSN: 0075-2800
Preis: 79.80 EUR


Die Beiträge beruhen auf den Vorträgen der gleichnamigen GWZO-Ringvorlesung vom Wintersemester 2011/12. Die Vorlesung wurde von Uwe Müller organisiert, der nun auch für den Bereich „Abhandlungen und Studien“ im Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte, 2014/1 verantwortlich war.
Inhalt I. Abhandlungen und Studien: Uwe Müller: „Nachzügler“ im Industrialisierungsprozess und „Semiperipherie“ in einer sich globalisierenden Ökonomie? Transnationale Verflechtungen in der ostmitteleuropäischen Wirtschaft des 19. Jahrhunderts. Ulf Brunnbauer: Globalizing Southeastern Europe: The Economic Causes and Consequences of Overseas Emigration up until 1914. Michael Kopsidis: Bäuerliche Landwirtschaft und Agrarwachstum: Südosteuropa 1870-1940 im Licht moderner Entwicklungstheorie. Franz Baltzarek: Österreichs Rolle bei der Integration und Desintegration von Währungsräumen in Mitteleuropa von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Jacek Kochanowicz: The Curse of Discontinuity: Poland’s Economy in a Global Context, 1850-2000. Ivan Jakubec: Zäsuren in der Verkehrsinfrastrukturentwicklung nach 1918 und 1945: Eisenbahnverbindungen und Elbeschifffahrt zwischen der Tschechoslowakei und Deutschland. Dagmara Jajeśniak-Quast: „Hidden Integration” – RGW-Wirtschaftsexperten in europäischen Netzwerken. Christoph Boyer: Asymmetrische Verflechtung: Ein Beitrag zur Erklärung des Systemzusammenbruchs in Ostmitteleuropa. II. Diskussion: Yaman Kouli: Auf der Suche nach der wissensbasierten Wirtschaft als immaterielle Infrastruktur.


44 Raum Wandel Ein Raum im Wandel. Die osmanisch-habsburgische Grenzregion vom 16. bis zum 18. Jahrhundert (= Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa 44)

Herausgeber: Norbert Spannenberger, Szabolcs Varga
Ort, Verlag: Stuttgart, Franz Steiner
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-515-10428-9
Preis: 52.00 EUR


In letzter Zeit sind Grenzen und Grenzregionen wieder verstärkt in den Fokus der Forschung gerückt: Wie entstehen Grenzen? Welche trennenden und gesellschaftlich wie kulturell übergreifenden Funktionen erfüllen sie? Wie steht es um das Verhältnis von Zentrum und Peripherie? Der Grenzraum zwischen dem westlichen Kulturkreis und der islamischen Welt bietet in diesem Zusammenhang ein hervorragendes Forschungsfeld, denn hier lässt sich eine lange und vielfältige Beziehungsgeschichte nachzeichnen. Im Zeitraum der frühen Neuzeit wurde die Region zum Berührungspunkt mehrerer Großreiche. Vor diesem Hintergrund untersuchen in diesem Band Fachleute mit internationalem Renommee exemplarisch reale Grenzen, Grenzvorstellungen und Grenzkonzeptionen sowie (bleibende) mentale Grenzen – gleichermaßen auf politischem, diplomatischem, gesellschaftlichem, kulturellem, kirchlichem und wirtschaftlichem Feld.


18 StudJag Das Königsschloss in Krakau und die Residenzarchitektur unter den Jagiellonen in Polen und Litauen (1499-1548) (= Studia Jagellonica Lipsiensia 18)

Autor: Tomasz Torbus
Ort, Verlag: Ostfildern, Thorbecke Verlag
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-7995-8418-0
Preis: 69.00 EUR


Der dem litauischen Großfürstengeschlecht der Gediminiden entstammende Jogaila / Jagiello regierte seit1386 das Königreich Polen, das von nun an mit Litauen eine Union bildete, und nahm mit seinem Übertritt zur römischen Kirche den Namen Wladislaw an. Von nun an war Krakau der Hauptsitz des jagiellonischen Hauses, das 1471 bzw. 1490 die Kronen Böhmens, Ungarns und Kroatiens erlangte und damit von Bautzen bis Smolensk, von der Ostsee bis an die Adria herrschte. Die lange, von nur wenigen Kriegen gekennzeichnete Regierungszeit König Sigismunds I. des Alten (1506–48), der 1518 die Nichte Lodovico „il Moro“ Sforzas, Bona, ehelichte, ist eine der kulturellen Blütezeiten Polens und Litauens. Der König initiierte ein Bauprogramm, das an zentralen Repräsentationsorten der Monarchie architektonische Zeichen setzte, teils in spätgotischem, teils in italianisierendem Gewand. An erster Stelle stand die Residenz auf dem Wawel-Hügel in Krakau, die seit spätestens 1510 einen monumentalen Ausbau erfuhr. Die vorliegende Studie analysiert die einzelnen Abschnitte und Elemente des Schlosses und kommt teils zu neuen Zuschreibungen. Sie erschließt das wichtigste Monument der Dynastie auf dem Gipfel ihrer Macht, die mit den Habsburgern um die Vormachtstellung in Mitteleuropa rang.


16 StudJag Architektur und Kunst in der Ära des sächsischen Ministers Heinrich Graf von Brühl (1738-1763) (= Studia Jagellonica Lipsiensia 16)

Herausgeber: Tomasz Torbus (unter Mitarb. v. Markus Hörsch)
Ort, Verlag: Ostfildern, Thorbecke Verlag
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-7995-8416-6
Preis: 49.00 EUR


Es ist erstaunlich, wie wenig bekannt die kulturgeschichtliche Gesamtleistung des mächtigen Ministerpräsidenten der sächsischpolnischen Herrscher, des Grafen Heinrich Brühl, immer noch ist, der von 1746 bis 1763 de facto Sachsen und Polen-Litauen regierte. Dies hat historische Gründe: Aus preußischer Sicht waren die politischen Ziele des wettinischen Sachsen im Machtkampf der Mächte Mitteleuropas mit allen Mitteln zu bekämpfen. Die letztlich erfolgreiche Eroberungspolitik und damit einher gehende Propaganda König Friedrichs II. rückte Brühls Person und sein Wirken dauerhaft in ein negatives Licht. Aber auch auf polnischer Seite geriet die sächsische Ära gemeinsamer Geschichte in Verruf. Die negative Bewertung Brühls übertrug sich auf sein glanzvolles Wirken als Kunstmäzen. Die hier präsentierten Forschungsergebnisse von Historikern, Kunsthistorikern und Musikwissenschaftlern belegen jedoch: Brühl besaß eine Sammlung Meissener Porzellan, die der königlichen nicht nachstand, eine Gemäldesammlung, die nach seinem Tod in die St. Petersburger Eremitage überging; mit seinen Schlössern an Mulde, Elbe und Weichsel, als Stadtgründer und Stadt-Erneuerer und nicht zuletzt mit seiner exquisiten Musikkapelle war der Graf einer der bedeutendsten Mäzene Europas im Ancien Régime. Im Zentrum stehen der politische Aktionsradius seines Wirkens und die Beziehungen zwischen den künstlerischen Traditionen Polen-Litauens und Sachsens. Neue Zugänge zur Person, zum Werk und zur Epoche des Grafen Brühl sollen zu einem Paradigmenwechsel in seiner Beurteilung führen.


47 Chronik Nosidlo Die Chronik des Václav Nosidlo von Geblice (= Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa 47)

Autorin: Martina Lisa
Ort, Verlag: Stuttgart, Franz Steiner Verlag
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-515-10714-3
Preis: 65.00 EUR


1626, in der turbulenten Zeit des Dreißigjährigen Krieges, verließ Václav Nosidlo von Geblice (1592–1649), der Stadtschreiber der nordböhmischen Stadt Leitmeritz (Litoměřice), aus Glaubensgründen seine Heimat. Ab da erwartete ihn ein Schicksal, das er mit Vielen teilte: Er wurde zum sog. böhmischen Exulant in Sachsen. Der niedergeschlagene Ständeaufstand in Böhmen (1618–1620), die Rekatholisierung des Landes, der lange Krieg, Verbannung und Exil – all das gehörte in das Leben von Václav Nosidlo. Wie erlebte ein Bürger diese Ereignisse, den Krieg, die Flucht und das Leben im Exil? Was beschäftigte ihn? Was sah er, was fand er wichtig? Was beeinflusste ihn? Was dachte er? Er hinterließ ein schriftliches Zeugnis, das ermöglicht, sich seiner Lebenswelt anzunähern: seine Chronik der Jahre 1626 bis 1639. Die kommentierte Edition dieser auf Tschechisch verfassten Chronik und ihre Übersetzung ins Deutsche stellt zum ersten Mal diese spannende Quelle zum Dreißigjährigen Krieg, zur frühneuzeitlichen Migrationsforschung und vor allem zur Mentalitätsgeschichte dem tschechischen wie dem deutschen Wissenschaftspublikum zur Verfügung.


Geschichte Performance Geschichte als Performance. Politische Bewegungen in Galizien um 1900

Autorin: Dietlind Hüchtker
Ort, Verlag: Frankfurt/New York, Campus
Jahr: 2014
ISBN: 9783593500706
Preis: 45.00 EUR


Am Beispiel dreier Frauen – einer Aktivistin der polnischen Bauernbewegung, einer ruthenischen Feministin und einer Zionistin – analysiert die Studie politische Bewegungen in Galizien um 1900 als Performance, als Zusammenspiel von Mitwirkenden, Stücken, Bühnen und Auftritten. Die Aktivistinnen konstruierten die Geschichte ihrer Benachteiligung, sie organisierten Räume, in denen eine bessere Zukunft vorgeführt wurde, sie inszenierten ihre Deutungen als historisch begründete Unumgänglichkeit des Wandels. So gelang es ihnen, diese »identity politics« bis in die Narrative der heutigen Geschichtswissenschaft hinein zu etablieren.


Keszthely Graeberfelder Die Gräberfelder von Keszthely-Fenékpuszta, Ödenkirche-Flur (= CASTELLUM PANNONICUM PELSONENSE 5)

Herausgeber: Róbert Müller
Ort, Verlag: Rahden, Verlag Marie Leidorf
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-89646-155-1
Preis: 54.80 EUR


Nach den Gräberfeldern der Südmauer, Kontinuitätsforschung, Siedlungsbefunden / Siedlungsfunden sowie Vorgeschichte und Naturraum [CPP 1-4] folgen nun die 1883, 1913, 1948 und 1998-2000 untersuchten Gräber der Ödenkirche-Flur aus der SBZ [5 Stück], der awarenzeitlichen Keszthely-Kultur [112 von ca. 140] und dem SMA [157]. Auf die Grabbeschreibungen folgt die Diskussion der Bestattungssitten im Hinblick auf Ausrichtung, Grabbau, Körperhaltung, Mehrfachbestattung und Störung. Die Funde umfassen Münzen, Trachtbestandteile wie Haarnadeln, Kränze, Kämme, Perlen, Ohrringe, Fibeln, Nadeln, Haken, Ringe, Gürtel, Ketten und Schuhzier, Geräte wie Taschen, Messer, Scheren und Nadeln, Waffen wie Spatha, Saxe, Pfeilspitzen, Dolche und Äxte sowie Keramikgefäße und Holzgefäße. Diese erlauben eine genaue Datierung [570-630 n. Chr.] und die Deutung, dass Christen romanisch-germanischer Abstammung aus dem Nordbalkan oder den Ostalpen immigiert waren. Den Abschluß bilden Beiträge zur Anthropologie im FMA [Mende, Kirinó] und SMA [Rendes, Tóth], Perlen des FMA [Pásztor] und archäometrische Analysen der Edelmetallfunde aus Grab A [Bendő, Heinrich-Tamáska, Horváth].


Vergessene Vielfalt Vergessene Vielfalt. Territorialität und Internationalisierung in Ostmitteleuropa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts (=Transnationale Geschichte - Band 2)

Herausgeberinnen: Steffi Marung, Katja Naumann
Ort, Verlag: Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-525-30166-1
Preis: 59.99 EUR


Forschungen zur transnationalen Geschichte konzentrieren sich zumeist auf die transatlantische Welt und verlieren dabei Ost- und Ostmitteleuropa aus dem Blick. Die Geschichte der auf besondere Weise verflochtenen Territorialisierungs- und Globalisierungsprozesse in Ostmitteleuropa bietet jedoch zusätzlichen Aufschluss. Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein war der Wandel von imperialen zu nationalen Ordnungen keineswegs linear. Vielgestaltige Handlungs- und Wahrnehmungsräume existierten parallel und schlossen an eine lange Tradition grenzüberschreitender Verflechtungen an. Anstatt Ostmitteleuropa als unvollständig nationalisierte und damit nur bedingt „europäisierte“ Region zu sehen, zeigen die Aufsätze des Bandes zum einen, wie ostmitteleuropäische Akteure von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1930er Jahre hinein mehrschichtige politische Räume schufen und erneuerten, anstatt sich nur einem territorialen Ordnungsprinzip zu verschreiben und wie sie andererseits zur Gestaltung einer neuen internationalen Ordnung beitrugen. Diese Varianz politischer Raumordnungen, die für Ostmitteleuropa maßgebend wurden, macht die Region zu einer bislang zu wenig beachteten Arena von Globalisierungsprozessen. Forschungen zur transnationalen Geschichte konzentrieren sich zumeist auf die transatlantische Welt und verlieren dabei Ostmitteleuropa aus dem Blick. Dabei treten gerade dort konfliktreiche Überlagerungen von Raumordnungen und Internationalisierungsprojekten zu Tage. Der Band zeigt, wie ostmitteleuropäische Akteure von der Mitte des 19. Jahrhunderts mehrschichtige politische Räume schufen, anstatt sich nur einem Ordnungsprinzip zu verschreiben. Diese Varianz politischer Raumordnungen macht Ostmitteleuropa zu einer bislang zu wenig beachteten Arena von Globalisierungsprozessen.


46 Religion Politik Boehmen Religion und Politik im frühneuzeitlichen Böhmen. Der Majestätsbrief Kaiser Rudolfs II. von 1609 (= Forschungen zur Geschichte und Kultur östliches Europa 46)

HerausgeberInnen: Jaroslava Hausenblasová, Jirí Mikulec, Martina Thomsen
Ort, Verlag: Stuttgart, Franz Steiner Verlag
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-515-10609-2
Preis: 52.00 EUR


Welche Entwicklungen führten 1609 zum Majestätsbrief und der durch ihn proklamierten Religionsfreiheit? Konnten die Religionsbestimmungen ungehindert in die Praxis umgesetzt werden und wie sah dies in den Grenzregionen Böhmens aus? Welche Bedeutung maßen die Zeitgenossen dem Majestätsbrief bei? Inwiefern beeinflusste er die Mentalität und die Handlungsweisen der verschiedenen Akteure? Wie wurde er von späteren Historikern interpretiert? Und schließlich: Welche Rolle spielt der Majestätsbrief im kollektiven Gedächtnis der tschechischen Bevölkerung? Diese Fragen und etliche mehr beantworten die Autorinnen und Autoren dieses Buches, das auf eine Tagung zum 400-jährigen Jubiläum des Majestätsbriefs zurückgeht. Neben Historikerinnen und Historikern kommen auch Theologen zu Wort. Der Band verspricht eine Vielzahl neuer Forschungsergebnisse und wird die Diskussion über die Verflechtung von Religion und Politik während der Frühen Neuzeit sowie über konfessionelle Konfliktarrangements beleben. Nicht zuletzt wird angesichts neuer Ergebnisse auch die Geschichte Böhmens in der Periode vor der Schlacht am Weißen Berg 1620 neu bewertet werden müssen.


17 StudJag Křivoklát – Pürglitz. Jagd – Wald – Herrscherrepräsentation (= Studia Jagellonica Lipsiensia 17)

Herausgeber: Jirí Fajt, Markus Hörsch, Vladislav Razim
Ort, Verlag: Ostfildern, Thorbecke Verlag
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-7995-8417-3
Preis: 69.00 EUR


Westlich der Hauptstadt Prag erstreckt sich eines der großen Waldgebiete Mitteleuropas, der Pürglitzer Wald (Křivoklátsko), schon im Hochmittelalter Jagdgebiet der böhmischen Herzöge und späteren Könige, heute Biosphärenreservat der UNESCO. Vielfalt und Bedeutung dieser in Jahrhunderten gewachsenen Kulturlandschaft sind kaum zu überschätzen und bedürfen besonderer Pflege. Ihr historisches Zentrum bildet bis heute die namengebende Burg Pürglitz (Křivoklát), trotz mancher Zerstörungen und Brände eine der besterhaltenen Burganlagen Tschechiens. Der vorliegende Band entfaltet in verschiedenen Beiträgen Geschichte, Kultur- und Kunstgeschichte der Burg mit ihren baulichen Anteilen verschiedener Epochen, insbesondere der wohlerhaltenen Kapelle aus der Ära der Jagiellonen-Könige (1471-1526), dann des sie umgebenden Jagdforsts mit seiner Vielzahl von alten Ortschaften und Burgen. Schließlich weitet sich der Blick auf Jagd, Wald und Herrscherrepräsentation auf Beispiele in ganz Europa.


15 StudJag Niederländische Kunstexporte nach Nord- und Ostmitteleuropa vom 14. bis 16. Jahrhundert. Forschungen zu ihren Anfängen, zur Rolle höfischer Auftraggeber, der Künstler und ihrer Werkstattbetriebe (= Studia Jagellonica Lipsiensia 15)

Herausgeber: Jirí Fajt, Markus Hörsch
Ort, Verlag: Ostfildern, Thorbecke Verlag
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-7995-8415-9
Preis: 49.00 EUR


Die südlichen Niederlande mit ihren dicht beieinander liegenden städtischen Zentren wie Brügge, Gent, Brüssel, Mecheln, Antwerpen usf. waren, in engem kulturellen und ökonomischen Verbund mit Paris, im 14.–-16. Jahrhundert die wichtigste Innovationsregion nördlich der Alpen. Eine zahlreiche, wohlhabende Bürgerschaft und höfische Kreise wetteiferten bei zahllosen Kunstaufträgen miteinander. Berühmt ist heute besonders die so genannte altniederländische Malerei, doch auch die Skulptur spielte eine bedeutende Rolle. Werke beider Gattungen, insbesondere Schnitzaltäre erster Qualität, wurden nach ganz Europa exportiert. Und mehr oder weniger direkt wirkte der neuartige Realismus niederländischer Kunst (heute häufig als »nordische Renaissance« bezeichnet) auf die gesamte damalige Kunstwelt. Der vorliegende Band diskutiert in Überblicksuntersuchungen wie an Einzelbeispielen die Bedeutung niederländischer Kunst für Nord- und das östliche Mitteleuropa. Der Skulptur gilt dabei besonderes Augenmerk, und es zeigt sich, dass noch Vieles zu entdecken oder neu zu bewerten ist.


Go Ost Go Ost! Klang – Zeit – Raum: Reisen in die Subkulturzonen Osteuropas

Herausgeber: Alexander Pehlemann
Ort, Verlag: Mainz, Ventil Verlag
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-95575-019-0
Preis: 24.90 EUR


Nieder mit dem Eisernen Vorhang der Ignoranz! Ein Ex-DDR-Provinz-Punk auf dem Weg durch die ehemaligen Provinzen des sowjetischen Empires und von Ex-Jugoslawien: Gast bei der Polski Punky Reggae Party, auf dem tschechischen Prog-Punk-Sonderweg, bei jüdischen Konzeptkunstpunks in Ungarn, beim Zusammentreffen von Eastbam und Westbam, bei neo-orthodoxen Post-Punks mit Bischofswürden in Mazedonien und am industriellen Ursprungsort der Neuen Slowenischen Kunst, auf Raves in Leningrad und in einer Goa-Komunalka in Sankt Petersburg, bei katholischen Alt-Punks in Polen und sibirischen Freaks … Alexander Pehlemanns Entdeckungsreise durch die Subkulturzonen Osteuropas ist eine radikal subjektive Annäherung an jene untergegangenen oder transformierten, teils auch museal oder staatstragend gewordenen Szenen. »Go Ost!« ist kein Sachbuch, kein Lexikon zum Underground oder zum Widerstand vor der Zäsur von 1989, sondern vielmehr ein Reise(ver)¬führer in Territorien, die dem Pop-Hipster mit westlicher Sozialisation verborgen bleiben. Es ist einer alternativen Geschichtsschreibung verpflichtet, die nach Spuren potenzieller Gemeinsamkeiten im subkulturellen Sektor des postkommunistischen Blocks sucht, wie bereits Pehlemanns »Spannung. Leistung. Widerstand. Magnetbanduntergrund DDR 1979–1990« und das von ihm herausgegebene Magazin »Zonic«. Dem Buch ist in Zusammenarbeit mit dem ZickZack-Label und mit Eastblok Music eine CD beigelegt, die verloren geglaubte oder nie entdeckte Tondokumente zum Teil erstmalig öffentlich zugänglich macht: Mit A.E.Bizottság, ¬Borghesia, Brygada Kryzys, J.M.K.E., Röövel Ööbik, Už jsme doma, F.P.B., Kampec Dolores, Korai Öröm, Vágtázó Halottkemék, Nu & Apa Negra, Disciplina Kicme! u.a.


Orientalismen Orientalismen in Ostmitteleuropa. Diskurse, Akteure und Disziplinen vom 19. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg (= Postcolonial Studies, 19)

HerausgeberInnen: Robert Born, Sarah Lemmen
Ort, Verlag: Bielefeld, transcript
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-8376-2697-1
Preis: 36.99 EUR


Im Rahmen der Debatten über die Tragfähigkeit des Said'schen Orientalismus-Konzepts wurde Ostmitteleuropa bislang bestenfalls als Objekt hegemonialer Diskurse in den Blick genommen. Im Kontrast dazu wird in diesem Band nach ostmitteleuropäischen Orientalismen von 1800 bis in die Zwischenkriegszeit gefragt. Die interdisziplinären Beiträge thematisieren die Wahrnehmungen und Deutungen des Orients in jener europäischen Großregion – vom Baltikum bis zur Krim, von Polen bis nach Bosnien –, die über Jahrhunderte durch die Nachbarschaft zum Osmanischen Reich geprägt wurde. Im Fokus stehen dabei sowohl die Akteure, Institutionen und Diskurse als auch die unterschiedlichen Orient-Topoi sowie deren Darstellung in der Literatur und in den bildenden Künsten.


osteuropa2013 Auf einen Zug. Anpassung und Ausbruch: Jugend in Osteuropa (= Osteuropa, 11–12/2013)

HerausgeberInnen: Matthias Schwartz, Heike Winkel, Manfred Sapper, Volker Weichsel
Ort, Verlag: Berlin, BWV
Jahr: 2013
ISBN: 978-3-8305-3178-4
Preis: 20.00 EUR


OSTEUROPA ist mehr als eine Zeitschrift. Sie analysiert Politik und Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft im Osten Europas als Teil der globalisierten Welt. Themenhefte rücken Probleme in eine vergleichende Perspektive; Länderhefte bieten Orientierung zur Osterweiterung des europäischen Denkens; handbuchartige Doppelhefte stellen als Referenzwerke die Grundlagen des Wissens zur Verfügung: von Beutekunst bis Zentralasien. Aufwendige Farbkarten gestatten ungewohnte Blicke. Das alles in einem Periodikum, frei von Jargon, thematisch breit, offen für Debatte. OSTEUROPA wird herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) e.V.


14 StudJag Türkenkriege und Adelskultur in Ostmitteleuropa vom 16.-18. Jahrhundert (= Studia Jagellonica Lipsiensia 14)

HerausgeberInnen: Robert Born, Sabine Jagodzinski
Ort, Verlag: Ostfildern, Thorbecke Verlag
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-799-58414-2
Preis: 55.00 EUR


Die Geschichte der Türkenkriege in Ostmitteleuropa reicht von der Schlacht von Mohács 1526 bis zum Friedensschluss in Passarowitz 1718. Zeitlich und regional unterschiedlich intensiv prägt sie den dynamischen Charakter dieses ethnisch wie konfessionell stark durchmischten Grenzraums zwischen dem Osmanischen und dem Habsburger-Reich. Das jeweilige Erleben hat sich den einzelnen Ländern Ostmitteleuropas der Frühen Neuzeit in sehr verschiedener Weise eingeprägt. Geradezu zwangsläufig treten hier Formen kulturellen Transfers auf. Die vorliegende Publikation verfolgt deshalb das Ziel, neben der Konfliktgeschichte die überkonfessionellen und transkulturellen Verflechtungen sowie die Spezifika der heterogenen Gruppen des ostmittel- und südosteuropäischen Adels als bestimmende soziale und kulturelle Größe in den Blick zu nehmen. Der Tagungsband versammelt Beiträge von Wissenschaftlern aus der ostmittel- und südosteuropäischen Geschichte, der Osmanistik sowie der Kunst-, Kultur- und Literaturwissenschaft.


VK Kontinuitaeten Gebrochene Kontinuitäten. Transnationalität in den Erinnerungskulturen Ostmitteleuropas im 20. Jahrhundert (= Visuelle Geschichtskultur, 13)

HerausgeberInnen: Agnieszka Gąsior, Agnieszka Halemba, Stefan Troebst
Ort, Verlag: Wien, Köln, Weimar, Böhlau
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-412-22256-7
Preis: 59.90 EUR


Der vorliegende Band untersucht solche Erinnerungsorte Ostmitteleuropas, die einerseits national gedeutet werden, andererseits transnational geprägt sind. Wegen ihrer Bedeutung für mehrere Nationen und Gesellschaften können sie eine verbindende Funktion erfüllen oder zur Abgrenzung gegenüber Fremdem wie dem „Osten“, der Orthodoxie, dem „Balkan“ oder dem Islam dienen. Das Zusammenspiel von religiöser Überlieferung, politischer Indienstnahme und individueller Aneignung dieser Erinnerungsorte sowie ihre visuelle Repräsentation werden interdisziplinär beleuchtet.


VK Maria Krise Maria in der Krise. Kultpraxis zwischen Konfession und Politik in Ostmitteleuropa (= Visuelle Geschichtskultur, 10)

Herausgeberin: Agnieszka Gąsior
Ort, Verlag: Wien, Köln, Weimar, Böhlau
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-412-21077-9
Preis: 49.90 EUR


Der besondere Stellenwert der Marienfrömmigkeit in katholischen Ländern geht auf kulturelle und religiöse Prägungen seit dem 17. Jahrhundert zurück, die bis heute nachwirken. In historischen Krisenzeiten spielte der Marienkult für viele ostmitteleuropäische Staaten eine bedeutende Rolle. Dieser Sammelband nimmt zwei für Ostmitteleuropa zentrale Zäsuren vergleichend in den Blick: Die Konfessionalisierung und die Wendezeit ab 1989. An einzelnen Fallstudien wird der identitätsstiftenden Bedeutung und der politischen Funktionalisierung Marias in transnationaler Perspektive nachgegangen. Daneben gilt das Interesse der Rolle von visuellen und schriftlichen Kulturen an den Schnittstellen von Politik und Religion.


Spielplaetze Verweig Spielplätze der Verweigerung. Gegenkulturen im östlichen Europa nach 1956

Herausgeberinnen: Christine Gölz, Alfrun Kliems
Ort, Verlag: Wien, Köln, Weimar, Böhlau
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-412-22268-0
Preis: 74.90 EUR


„Spielplätze der Verweigerung“ verweisen auf Alternativen zum Offiziellen, zum kulturell Akzeptierten und staatlich Sanktionierten. Nicht der laute Protest, sondern die leise Störung verbindlicher Ordnungen zeichnen diese Formen spielerischer Widerständigkeit aus: Alltägliches in der Kunst, ein anderer Kamerablick auf die sozialistische Realität, Töne aus dem falschen Lager und das Lachen des öffentlichen Happenings. Der Band widmet sich solchen Phänomenen im östlichen Europa zwischen 1956 und der „Wende“ sowie ihrem Schicksal nach 1989. Die Autoren und Autorinnen verhandeln an Beispielen aus Literatur, Kunst, Film, Musik und Architektur Ästhetiken der Verweigerung und Strategien des Subversiven, Politischen und der Intervention im (post-)sozialistischen Raum.


Kunst Armenier Die Kunst der Armenier im östlichen Europa

HerausgeberInnen: Marina Dmitrieva, Bálint Kovács
Ort, Verlag: Wien, Köln, Weimar, Böhlau
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-412-21107-3
Preis: 39.90 EUR


Der vorliegende Band versammelt Beiträge von Kunsthistorikern, Bauforschern, Ethnologen und Historikern zur Rolle der Armenier in der frühneuzeitlichen Kunstgeschichte Zentral- und Osteuropas. Behandelt werden sakrale Malerei und illuminierte Handschriften, Architektur und Städtebau, Kunsthandwerk und -sammlungen. Den geografischen Rahmen bilden dabei die heutigen Staaten Polen, Ukraine, Belarus, Rumänien, Moldova und die Russländische Föderation. Die von armenischen Künstlern geschaffenen Werke spiegeln ihre multiethnische und plurikonfessionelle Umgebung wider, ohne dabei ihre ursprünglichen Traditionen aus Mittlerem Osten und Kleinasien zu verleugnen.


Post-Panslavismus Post-Panslavismus. Slavizität, Slavische Idee und Antislavismus im 20. und 21. Jahrhundert

HerausgeberInnen: Agnieszka Gąsior, Lars Karl, Stefan Troebst
Ort, Verlag: Göttingen, Wallstein-Verlag
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-8353-1410-8
Preis: 48.00 EUR


Zwischen Identität und Anfeindung: Das Slaventum als politische Idee. Die Vorstellung einer Zusammengehörigkeit aller Slavischsprachigen war nicht nur im 19. Jahrhundert wirkungsmächtig, sondern hält bis heute an. Sie blieb ein produktiver Mythos in Kunst, Musik und Literatur. Als transnationales Identifikationsmuster hatte dieses Phänomen auch im kurzen 20. Jahrhundert Konjunktur. Das Interesse der Autorinnen und Autoren des vorliegenden Bandes richtet sich auf unterschiedliche Formen der Identitätsbildung, die sich auf eine Slavische Idee bezogen. In den Blick genommen werden dabei nationale und internationale Diskurse, aber auch kritische Reaktionen, die sich gegen die Idee des Panslavismus bewusst abgrenzten, so etwa in Griechenland oder Italien.


Professionen Professionen, Eigentum und Staat. Europäische Entwicklungen im Vergleich – 19. und 20. Jahrhundert

Herausgeber: Dietmar Müller, Hannes Siegrist
Ort, Verlag: Göttingen, Wallstein-Verlag
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-8353-1462-7
Preis: 34.90 EUR


Über den Einfluss der Experten auf die Sicherung des Eigentums im östlichen Europa. Im vorliegenden Band werden die Geschichte juristischer, administrativer, technischer und künstlerischer Professionen in Deutschland, Ostmitteleuropa und Russland, Westeuropa und den USA vom 19. Jahrhundert bis heute verglichen. Der Titel »Professionen, Eigentum und Staat« zeigt an, was die hier versammelten Untersuchungen über Professionen in verschiedenen Ländern und Großregionen zusammenhält: Es geht um das Zusammenspiel dreier zentraler Dimensionen der Modernisierung, nämlich 1) der beruflichen und fachlichen Spezialisierung in der Welt des Wissens und der Ausdrucksformen (Professionalisierung), 2) der Durchsetzung der Eigentumsordnung in der Landwirtschaft, Industrie und Kultur (Propertisierung) und 3) der Etablierung des territorialen Nationalstaats als politisch, sozial, kulturell, wirtschaftlich und rechtlich begründete souveräne Organisation (Nationalisierung). Es soll gezeigt werden, wie diese in der Forschung oft isoliert behandelten Prozesse in verschiedenen Kontexten und Konstellationen ineinandergreifen; wo und wann sie sich wechselseitig verstärken oder behindern; und welche Formen von Beruflichkeit und Profession daraus resultieren.


Suedosteuropa JB 39 Institutionen und Kultur in Südosteuropa (= Südosteuropa-Jahrbuch 39)

Herausgeber: Wim van Meurs, Dietmar Müller
Ort, Verlag: Berlin, München, Verlag Otto Sagner
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-86688-421-2
Preis: 32.00 EUR


Ein Jahrhundert nachdem in Sarajewo der Erste Weltkrieg ausgelöst wurde und ein Vierteljahrhundert nach Miloševićs Machtübernahme steht die Integration des Balkans in die Europäische Union hoch auf der politischen Agenda. In diesem Band anlässlich der 49. Hochschulwoche der Südosteuropa-Gesellschaft wird ausgelotet, wie diese Integration herbeigeführt werden kann, ohne in eine Defizitgeschichte im Vergleich zum westlichen Vorbild zu enden. Auch für Historiker, Kultur- und Politikwissenschaftler stellen Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Verflechtungen innerhalb Südosteuropas un dim europäischen Kontext ein vordringlihces Thema dar. Mittels Vergleich und Fragen nach Verflechtung werden Institutionen, deren Transfer und Wandel analysiert. So entsteht ein viel reicheres Bild der Region: nicht (nur) passive oder mangelhafte Nachahmung westlicher Vorbilder, sondern auch kreative Adaption und aktive Gestaltung politischer und gesellschaftlicher Modernisierung.


Verbrechen Verbrechen - Fiktion - Vermarktung: Gewalt in den zeitgenössischen slavischen Literaturen

HerausgeberInnen: Laura Burlon, Nina Frieß, Katarzyna Różańska, Peter Salden
Ort, Verlag: Potsdam, Potsdamer Universitätsverlag
Jahr: 2013
ISBN: 978-3-86956-271-1
Preis:Volltext im Internet


In den zeitgenössischen slavischen Literaturen ist Gewalt allgegenwärtig – als Echo der Revolutionen, Kriege, Diktaturen und Systemumbrüche des 20. Jahrhunderts, als Reaktion auf andauernde und neu ausbrechende Konflikte, als Faszination, Sensation und Kaufanreiz. Gewalt erscheint als narrativ-ästhetischer, tradierter Bestandteil der literarischen Darstellung und als aussagekräftiges, tabubrechendes Motiv. Dieser Band trägt die Ergebnisse einer internationalen Konferenz an der Universität Hamburg zusammen, die sich im Herbst 2012 diesem Thema unter der Trias "Verbrechen – Fiktion - Vermarktung" gewidmet hat. Das breite Spektrum der untersuchten Literaturen (von ost- und west- über südslavische Literaturen, von Prosa über Lyrik und Dramatik) aber auch der Blick über die Literatur hinaus (unter anderem auf Film und Musik), die Vielfalt der Themen, Darstellungsweisen und analytischen Zugänge ergeben ein vielfältiges Bild, das eine Annäherung an die Frage nach den Spezifika literarischer Gewaltdarstellungen ermöglicht.


Keszthely Mensch Mensch, Siedlung und Landschaft im Wechsel der Jahrtausende am Balaton. People, Settlement and Landscape on Lake Balaton over the millennia (= CASTELLUM PANNONICUM PELSONENSE 4)

HerausgeberInnen: Orsolya Heinrich-Tamáska und Péter Straub
Ort, Verlag: Budapest/Leipzig/Keszthely/ Rahden, Verlag Marie Leidorf
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-89646-154-4
Preis: 59.80 EUR


Der vierte Band der Reihe stellt eine Besonderheit dar, weil er dem langjährigen Erforscher Keszthely-Fenékpusztas, Róbert Müller, gewidmet ist und erstmals auch die Vorgeschichte Keszthelys und der gesamten Balaton-Region einbindet. Das Buch ist chronologisch gegliedert, so daß auf drei Beiträge zu neuen Funden und Befunden des Neolithikums, der Kupferzeit und Eisenzeit sechs Studien zu römerzeitlichen Funden am und nahe des Plattensees folgen, darunter ein Reitergrab, ein Grabstein mit Calo/Pferdeknecht-Darstellung und Inschrift, bronzene Kästchenbeschläge, ein frühchristliches Mausoleum, ein bronzener Gürtelbeschlag und Eisengeräte. Daran anschließend finden sich sechs Aufsätze, die inhaltlich von der Völkerwanderungszeit bis zum Mittelalter reichen, nämlich zum frühvölkerwanderungszeitlichen Gräberfeld von Fonyód, zu einer Scheiben- und einer Dosenfibel, der Benediktinerabtei von Zalavár, dem Franziskanerkloster von Kanizsa und der Biographie des Erforschers der Gräberfelder von Keszthely, Vilmos Lipp. Der Band schließt mit fünf naturwissenschaftlichen Beiträgen zur Anthropologie, Paläoökologie, Landschaftsarchäologie und Archäobotanik.


Gebrauch Missbrauch Historie Vom Gebrauch und Missbrauch der Historie. Geschichtspolitik und Erinnerungskulturen in Ostmittel- und Südosteuropa (1791-1989) (= WORKING PAPER SERIES Global and European Studies Institute of Leipzig University, 7)

Autoren: Patrice M. Dabrowski und Stefan Troebst
Ort, Verlag: Leipzig, Leipziger Universitätsverlag
Jahr: 2013
ISBN: 978-3-86583-845-2
Preis: 15.00 EUR


Von Herrschern und Beherrschten gleichermaßen wurde und wird „Geschichte“ als politisches Argument benutzt und missbraucht. Beides geschieht vor allem, um Legitimität zu produzieren und kollektive Identität herzustellen, um Macht abzusichern oder umgekehrt dagegen mobil zu machen. Diese Publikation gibt einen Überblick über Gebrauch und Missbrauch von Geschichte in Ostmittel- und Südosteuropa von den Teilungen Polens im ausgehenden 18. Jahrhundert bis zum Epochenjahr 1989. Der Betrachtungszeitraum ist in drei zeitliche Einheiten aufgeteilt. In der ersten geht es um historische Gedenk- und Repräsentationsfeiern bis zum Ersten Weltkrieg, wie sie unter deutscher, habsburgischer (österreichischer und ungarischer) und russischer Herrschaft stattfanden, des Weiteren im Osmanischen Reich und seinen europäischen Nachfolgestaaten. Die zweite Periode beginnt mit der Zeitenwende von 1918, als die ostmitteleuropäischen Länder ihre Unabhängigkeit erlangten. Der dritte Teil wendet sich der Zeit der kommunistischen Herrschaft zu. Die abschließende Schlussbetrachtung setzt die Überlegungen bis in die Gegenwart fort.


VK Rundumblick Geschichte im Rundumblick. Panoramabilder im östlichen Europa (= Visuelle Geschichtskultur, 11)

Herausgeber: Arnold Bartetzky und Rudolf Jaworski
Ort, Verlag: Wien, Köln, Weimar, Böhlau
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-412-22147-8
Preis: 39.90 EUR


Die ersten Panoramen waren bereits um 1800 in England, Deutschland und Frankreich zu sehen gewesen, bevor sie auf dem ganzen Kontinent und darüber hinaus populär wurden. Im 20. Jahrhundert schienen die umlaufenden illusionistischen Monumentalgemälde wegen der Konkurrenz des Kinos zunächst keine Zukunft mehr zu haben. Die Faszination des Mediums aber ist geblieben. Davon zeugen etwa verschiedene Wiederbelebungsversuche in sozialistischen Ländern und neuerdings der Erfolg der Panoramabilder Yadegar Asisis in Leipzig, Dresden und Berlin. Aus medien- und bildgeschichtlicher Sicht gelten Panoramen als wichtiger Schritt zur massenmedialen Vermittlung visueller Botschaften im öffentlichen Raum. Der vorliegende Band arbeitet die Spezifika der historisch-politischen Bilderwelten der Panoramen in der östlichen Hälfte Europas heraus und ordnet sie in die Geschichte dieses Mediums ein. Dabei wird ein Bogen von den bis heute erhaltenen Beispielen des späten 19. Jahrhunderts in Polen, Ungarn und Tschechien über Panoramen in der Zeit des Sozialismus bis zu den jüngsten Projekten geschlagen.


VK Ablehnung Aneignung Von der Ablehnung zur Aneignung? From Rejection to Appropriation? Das architektonische Erbe des Sozialismus in Mittel- und Osteuropa. The Architectural Heritage of Socialism in Central and Eastern Europe (= Visuelle Geschichtskultur, 12)

Herausgeber: Arnold Bartetzky, Christian Dietz und Jörg Haspel
Ort, Verlag: Wien, Köln, Weimar, Böhlau
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-412-22148-5
Preis: 39.90 EUR


Der Band beschäftigt sich mit dem Denkmalwert und der gesellschaftlichen Akzeptanz von Bauzeugnissen aus der Zeit des Sozialismus in Mittel- und Osteuropa. Zu Wort kommen erfahrene Konservatoren und Planer sowie Kunsthistoriker und engagierte Künstler aus postsozialistischen Ländern, die das Architekturerbe des Sozialismus nicht als Bürde, sondern als Chance zur (re-)interpretierenden Erhaltung und Erneuerung eines gemeinsamen europäischen Nachkriegserbes verstehen. Der Band versammelt die Ergebnisse einer gemeinsamen Konferenz des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS (International Council on Monuments and Sites) und des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig (GWZO). Er wendet sich an Stadtplaner und Architekten, Konservatoren und Restauratoren, Historiker und Kunstwissenschaftler, Kulturschaffende und Denkmalpolitiker.


Unter-der-Stadt Unter der Stadt. Subversive Ästhetiken in Ostmitteleuropa

Herausgeberinnen: Monika Dozsai, Alfrun Kliems und Darina Poláková
Ort, Verlag: Wien, Köln, Weimar, Böhlau
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-412-22193-3
Preis: 39.90 EUR


Subversion und Urbanität sind zentrale Topoi der Moderne, die einander bedingen. Dies gilt nicht auch, sondern gerade in Ostmitteleuropa. Von der Romantik aufgebracht, im autoritären Staatssozialismus zur Blüte getrieben und mit der Postmoderne der Nachwendezeit keineswegs verschwunden, erweist sich der "Underground" als ein ebenso vielgestaltiges wie zählebiges ästhetisches Phänomen. "Unter der Stadt" liegt eine poetologische Zentralchiffre für jede Kunst-, Kultur- und Gesellschaftsanalyse zwischen Budapest und Berlin, Bratislava und Prag. Der Band schlägt einen Bogen von E.T.A. Hoffmann und Božena Němcová über die Bestsellerautoren Jáchym Topol, Serhij Žadan und Andrzej Stasiuk zur ungarischen Neoavantgarde. Er berücksichtigt auf den ersten Blick undergroundunverdächtige Autoren wie Péter Nádas und Wolfgang Hilbig. So spürt er auf mannigfache Weise von der romantischen Kondition über die Theorie der heterotopischen Orte bis in das Zeitalter einer nur vermeintlichen Beliebigkeit dem Skandal nach, der die Moderne grundiert: "Oben" steht gegen "Unten".


Kuenstler Jagiellonenaera Künstler der Jagiellonen-Ära in Mitteleuropa (= Kompass Ostmitteleuropa 2, Kritische Beiträge zur Kulturgeschichte)

Herausgeber: Jiří Fajt, Markus Hörsch
Ort, Verlag: Ostfildern, Thorbecke-Verlag
Jahr: 2013
ISBN: 978-3-7995-0518-5
Preis: 49.00 EUR


Kunstwerke sind ein bevorzugtes Mittel politischer, gesellschaftlicher und kultureller Verständigung: Im Leben und Wirken der Künstler spiegelt sich der bedeutende Anteil, den sie an übernationalen Transferprozessen haben, deutlich zeichnen sich soziale Stellung, Marktverhältnisse, Interessen von Auftraggebern, und darin insgesamt wieder die Kommunikationsstrukturen einer Epoche ab. Diese wissenschaftlich fundierte Sammlung vereint erstmals etwa 100 bedeutende Persönlichkeiten, die in einer Zeit vielfältiger gesellschaftlicher Veränderungen in den von der Dynastie der Jagiellonen beherrschten Ländern lebten – in Polen-Litauen, Böhmen mit Mähren, Schlesien und den Lausitzen sowie Ungarn mit Kroatien und Dalmatien. Aufgenommen wurden auch einige Künstler benachbarter Länder, deren Arbeit nachhaltigen Einfluss in ganz Mitteleuropa hatte. Sie will ein kleines Vademecum sein, das Forschern und interessierten Laien die wichtigsten Fakten, insbesondere Hinweise auf historische Quellen und wichtige Literatur bereitstellt.


13 StudJag Die Türkenkriege im Spiegel der polnisch-litauischen Adelskultur Kommemoration und Repräsentation bei den Zółkiewski, Sobieski und Radziwiłł (= Studia Jagellonica Lipsiensia 13)

Autorin Sabine Jagodzinski
Ort, Verlag: Ostfildern, Thorbecke-Verlag
Jahr: 2013
ISBN: 978-3-7995-8413-5
Preis: 49.00 EUR


Die osmanische Expansion prägte den polnisch-litauischen Adel der frühen Neuzeit nachhaltig. Dies zeigt sich in vielfältigen Zeugnissen der künstlerischen, zeremoniellen und materiellen Kultur wie etwa Schlachtengemälden, Trophäenstiftungen, Gesandtschaften oder dem Gebrauch nahöstlicher Waffen und Textilien. Die Autorin untersucht diese sowie ihre räumlichen und narrativen Bezüge exemplarisch an drei verwandten Geschlechtern und einer ihrer Grenzresidenzen. Sie fragt nach Formen und Strategien, in denen sich die ambivalenten Beziehungen zum Osmanischen Reich in den adligen Erinnerungskulturen niederschlugen, und danach, welche Verschiebungen in Funktion und Bedeutung sie vom ausgehenden 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts erfuhren. Mit der Anwendung erinnerungstheoretischer Konzepte auf einen polnischen Gegenstand dieses Zeitraums gelingt es ihr, Forschungsperspektiven zu erweitern. Die Einbindung unterschiedlicher Quellen in eine übergeordnete Fragestellung macht zudem für die historische Region zentrale identitätsbildenden Transformationsprozesse sichtbar.


Halecki2013 Riga's Capital Modernism (= Veröffentlichungen des GWZO Leipzig/ Oskar-Halecki-Vorlesung 2013)

Autor: Steven A. Mansbach
Ort, Verlag: Leipzig, Leipziger Universitätsverlag
Jahr: 2013
ISBN: 978-3-86583-807-0
Preis: 12.00 EUR


Steven A. Mansbach ist Professor für Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts an der University of Maryland, USA. In seinen Forschungen beschäftigt er sich in erster Linie mit der Genese und Rezeption klassischer Moderne, vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Sein besonderes Interesse gilt dabei der Kunst Mittel- und Osteuropas. Zu seinen bedeutendsten Publikationen zählen Graphic Modernism (2007), Modern Art in Eastern Europe: From the Baltic to the Balkans ca. 1890 to 1939 (2004), und Standing in the Tempest: Painters of the Hungarian Avant-Garde (1991). Neben zahlreichen Gastaufenthalten in Deutschland, Polen, Ungarn, Südafrika sowie US-amerikanischen Universitäten war er assoziierter Dekan des Center for Advanced Study in the Visual Arts an der Nationalen Kunstgalerie in Washington sowie maßgeblich an der Gründung der American Academy in Berlin beteiligt.


Arena Verfassungsdebatte In der Arena der preußischen Verfassungsdebatte Adlige Gutsbesitzer der Mark und Provinz Brandenburg 1806-1847 (= Elitenwandel in der Moderne 14)

Autor: Karsten Holste
Ort, Verlag: Berlin, Akademie Verlag
Jahr: 2013
ISBN: 978-3-05-006451-2
Preis: 99.80 EUR


Wie reagierten adlige Gutsbesitzer in der Mark und späteren Provinz Brandenburg auf die Verfassungsplanungen für die preußische Monarchie zu Beginn des 19. Jahrhunderts? Bislang ist die Geschichtsschreibung meist davon ausgegangen, dass sie die Pläne grundsätzlich bekämpft und vormoderne Herrschaftsstrukturen verteidigt hätten. Karsten Holstes Untersuchung verdeutlicht nun, dass ihre Politik weder von vornherein verfassungsfeindlich ausgerichtet war noch uneingeschränkt auf den Erhalt der überlieferten ständischen Ordnung zielte. Der Autor betrachtet die Auseinandersetzungen um Verfassung und politische Repräsentation als Arena, in der adlige Gutsbesitzer nicht nur mit anderen Akteuren um politische Einflussmöglichkeiten rangen, sondern zugleich versuchten, ihren Anspruch auf Anerkennung als relevante politische Kraft in neuer Form zu begründen. In ihrer Argumentation lässt sich ein tiefgreifender Bedeutungswandel von Adel, Ständen und Gutsbesitz nachweisen, der eine Grundlage dafür bildete, dass sie auch nach der preußischen Reformzeit eine besondere politische Rolle für sich beanspruchen konnten. Dass adlige Gutsbesitzer zunehmend dazu übergingen, sich als geborene Verteidiger einer partizipationsfeindlichen staatlichen Ordnung zu inszenieren, ist daher weniger ein Zeichen für ein vormodernes Politikverständnis als vielmehr für eine erfolgreiche Anpassung an die Veränderungen des politischen Diskurses und der Herrschaftspraxis.


Slavia Asiatica Geschichte der Slavia Asiatica. Quellenkundliche Probleme

Herausgeber: Christian Lübke, Ilmira Miftakhova, Wolfram von Scheliha
Ort, Verlag: Leipzig, Leipziger Universitätsverlag
Jahr: 2013
ISBN: 978-3-86583-752-3
Preis: EUR 29.00


Der Begriff Slavia Asiatica bezeichnet jene Regionen, deren Geschichte im Mittelalter über einen längeren Zeitraum durch vielfältige Formen des Kontaktes zwischen Angehörigen der slavischen Sprachgemeinschaft und den zumeist turksprachigen Völkern Asiens geprägt wurde. Aus gesamteuropäischer Perspektive handelt es sich um eine Zone des fließenden Übergangs, um eine „Passage“ zwischen Europa und Asien. Die wechselseitigen Beziehungen und der transkulturelle Austausch unter den dort in Berührung gekommenen Völkern haben der Slavia Asiatica eine spezifische Struktur verliehen. Der Band enthält neun Aufsätze von Forschern aus Deutschland, der Russischen Föderation und den USA. Aus der Perspektive unterschiedlicher Disziplinen (Geschichtswissenschaft, Archäologie, Slavistik, Byzantinistik, Turkologie, Ethnolinguistik und Kunstgeschichte) wird eine Vielzahl von grundlegenden quellenkundlichen Problemen bei der Erforschung der Geschichte der Slavia Asiatica beleuchtet.


Italien Mitteldeutschland P Italien – Mitteldeutschland – Polen Geschichte und Kultur im europäischen Kontext vom 10. bis zum 18. Jahrhundert (= Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde 42)

Herausgeber:Wolfgang Huschner, Enno Bünz, Christian Lübke
Ort, Verlag: Leipzig, Leipziger Universitätsverlag
Jahr: 2013
ISBN: 978-3-86583-639-7
Preis: EUR 98.00


Im Verlauf des Mittelalters und der Frühen Neuzeit entstand aus vielfältigen Beziehungen, Kontakten und Wechselwirkungen zwischen Teilregionen ein europäischer Raum, der sich als veränderliches Kommunikationsgefüge unterschiedlicher Reichweite konstituierte. Die Untersuchung dieser Verflechtungen zwischen den Regionen, ihrer spezifischen Konfigurationen und Wandlungen vermag einen wichtigen Beitrag zum europäischen Geschichtsbewusstsein zu leisten. Unter diesen Prämissen stellte eine 2008 in Leipzig veranstaltete internationale Konferenz Beziehungen, Kontakte und Austauschformen zwischen Italien, Mitteldeutschland und Polen vom früheren Mittelalter bis zum ausgehenden Ancien Régime in den Mittelpunkt. Deren Ergebnisse werden in diesem Sammelband vorgelegt, der 30 Beiträge verschiedener Disziplinen vereint: Archäologie, Architekturgeschichte, Byzantinistik, Geschichte des Mittelalters, Geschichte der Frühen Neuzeit sowie Kirchen-, Kultur-, Kunst-, Landes-, Musik-, Rechts- und Wirtschaftsgeschichte.


45 Frieden Konfliktmanageme Frieden und Konfliktmanagement in interkulturellen Räumen: Das Osmanische Reich und die Habsburgermonarchie in der Frühen Neuzeit (= Forschungen zur Geschichte und Kultur östliches Europa 45)

Herausgeber: Arno Strohmeyer, Norbert Spannenberger
Ort, Verlag: Stuttgart, Franz Steiner Verlag
Jahr: 2013
ISBN: 978-3-515-10434-0
Preis: 46.00 EUR


Die habsburgisch-osmanischen Beziehungen der Frühen Neuzeit wurden über lange Zeit einseitig als Konfliktgeschichte wahrgenommen und beschrieben. Die acht mit äußerster Grausamkeit geführten "Türkenkriege" prägten die Wahrnehmung der Zeitgenossen, brannten sich in das kollektive Gedächtnis ein und beeinflussen bis heute maßgeblich die Erinnerung. Der Band bricht mit diesem leitenden Narrativ und stellt das von der Forschung vernachlässigte Konfliktmanagement in den Mittelpunkt, das beide Seiten ebenso betrieben, wie mehr als 60 Friedensverträge und Waffenstillstandsabkommen belegen. Dabei mussten nicht nur gegensätzliche Machtansprüche gezähmt, sondern auch tief gehende kulturelle Brüche überbrückt, langlebige Feindbilder überwunden und fundamentale religiöse Differenzen bewältigt werden. Wie erfolgte dies? Welche Mechanismen der Deeskalation gelangten zur Anwendung? Mit welchen Denkmustern wurde das ideologische Konfliktpotenzial reduziert? Welche Formen von "Friedenspolitik" können beobachtet werden und woran konnten diese scheitern? Diese Fragen untersuchen zwanzig ausgewiesene Spezialistinnen und Spezialisten aus Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Kroatien, Österreich, der Türkei und Ungarn.


Keszthely Katalog Befunde Keszthely-Fenékpuszta. Katalog der Befunde und ausgewählter Funde sowie neue Forschungsergebnisse (= Castellum Pannonicum Pelsonense 3)

Herausgeberin: Orsolya Heinrich-Tamáska
Ort, Verlag: Budapest/Leipzig/Keszthely/Rahden, Verlag Marie Leidorf
Jahr: 2013
ISBN: 978-3-89646-153-7
Preis: 54.80 EUR


Das 7 km südlich der heutigen Stadt Keszthely gelegene, seit der Latènezeit besiedelte und bis heute weitgehend unbebaute Areal von Fenékpuszta gilt im Bereich der spätantiken Kontinuitätsforschung als einer der wichtigsten Fundorte Ungarns mit über 100 Jahren Forschungsgeschichte. Nach den von R. Müller publizierten Gräberfeldern [CPP 1] werden nunmehr die 1899-2002 dokumentierten Siedlungsbefunde einschließlich chronologisch wichtiger Keramikfunde und Eisenfunde, die Befunde, Keramikfunde, Metallfunde, Knochenfunde, Glasfunde und Münzfunde einer neuen Grabung von 2009 sowie drei naturwissenschaftliche Beiträge zu Archäobotanik und Tierknochen vorgelegt. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die rechteckige Befestigung des 2. Drittels des 4. Jhs mit Rundtürmen und 15 ha Fläche. Die Siedlungsbelege reichen bis ins 9. Jh. Die modernen Nachgrabungen erlaubten eine teilweise Korrektur früher erhobener Grundrisse und lieferten neues, stratigraphisch abgesichertes Fundmaterial.


12 StudJag Theatrum Humanum. Illustrierte Flugblätter und Druckgrafik des 17. Jahrhunderts als Spiegel der Zeit. Beispiele aus dem Bestand der Sammlung Valvasors des Zagreber Erzbistums (= Studia Jagellonica Lipsiensia 12)

Autor: Milan Pelc
Ort, Verlag: Ostfildern, Thorbecke Verlag
Jahr: 2013
ISBN: 978-3-7995-8412-8
Preis: EUR 46.00


Der krainische Freiherr und Polyhistor Johann Weichard Valvasor (1641–93) besaß eine der bedeutendsten Privatbibliotheken seiner Zeit im Raum der Donaumonarchie. Zu seiner Bibliothek legte er auch eine umfassende »Ikonothek«, d. h. eine grafische Sammlung, an. Beide wurden im Jahr 1690 an den Zagreber Bischof Aleksandar Mikuli verkauft und der Bibliothek des Zagreber Erzbistums (Bibliotheca Metropolitana) einverleibt, wo die Bestände sich noch heute befinden. Diese Studie bearbeitet Druckgrafik des 17. Jahrhunderts, vorwiegend illustrierte Flugblätter, die aus dem deutschen Sprachraum stammen. Zum ersten Mal eröffnet diese Arbeit einen Einblick in dieses kulturhistorisch höchst interessante Material und macht es einem breiteren Publikum zugänglich. Die hier vorgestellten Flugblätter mit weltlicher Thematik bieten dem heutigen Betrachter einen repräsentativen Querschnitt bildpublizistischer Interessen des Barockzeitalters. Als »Spiegel der Zeit« sind besonders die Themen des Zivilisierungsprozesses mit moralischer Satire und gesellschaftlicher Allegorese vertreten, die hohen anthropologischen und mentalitätsgeschichtlichen Wert besitzen.


Jenseits Planwirtschaft  Jenseits der Planwirtschaft. Der »Schwarzmarkt« in Polen 1944-1989 (= Moderne europäische Geschichte 7)

Autor: Jerzy Kochanowski
Ort, Verlag: Göttingen, Wallstein Verlag
Jahr: 2013
ISBN: 978-3-8353-1307-1
Preis: EUR 42,00


Über das heikle Zusammenspiel von sozialistischer Mangelwirtschaft und Schwarzmarkt in der Volksrepublik Polen. Bereits 1945 kursierte im neuen Volkspolen der Witz: »Was passiert in der Sahara, wenn die Kommunisten kommen? Der Sand wird knapp!« Jerzy Kochanowskis Buch beleuchtet die Versuche von Partei und Staat im Nachkriegspolen, die »sozialistische Wüste« sowohl zu »bewässern« als auch möglichst hohe Erträge aus ihr herauszupressen. Da die meisten Betriebe verstaatlicht worden waren, mussten sich die gesellschaftlichen Akteure auf ein kompliziertes Spiel mit staatlichen Instanzen einlassen, wobei habituell gegen geltendes Recht verstoßen wurde. Diese heikle Interaktion von Planwirtschaft und Schwarzmarkt hielt fast ein halbes Jahrhundert an. Kochanowski untersucht umfassend das friktionsträchtige Zusammenspiel von dirigistischer Wirtschaftspolitik und informellem Wirtschaftssektor in einem Land des sowjetischen Hegemonialbereichs. Mittels interdisziplinärem Zugriff beschreibt er Verhaltensweisen, Mechanismen, Prozesse und Strategien der am Schwarzmarkt beteiligten nichtstaatlichen wie staatlichen Akteure - vom Handel unter der Hand bzw. dem Ladentisch mit Fleisch, Alkohol und Gold bis zu massenhaften und touristisch getarnten privaten Handelsreisen ins Ausland.


11 StudJag    Bild und Konfession im östlichen Mitteleuropa (= Studia Jagiellonica Lipsiensia 11)

Herausgeberinnen: Maria Deiters, Evelin Wetter
Ort, Verlag: Ostfildern, Thorbecke Verlag
Jahr: 2013
ISBN: 978-3-7995-8411-1
Preis: EUR 64.00


Konfessionelle Identitäten, wie sie das 16. und 17. Jahrhundert ausgebildet haben, prägen die europäischen Regionen bis heute. Als fundamentaler Vorgang der europäischen Geschichte war deshalb die Herausbildung der Konfessionen Gegenstand historiografischer Debatten der letzten Jahrzehnte.
Vorliegender Band ist ein kunsthistorischer Beitrag zu dieser Diskussion. Ausgangspunkt der Betrachtungen ist die These, dass Bilder diese Prozesse nicht nur widerspiegeln, sondern auch mitgestaltet haben. In kaum einer anderen Zeit stand die Frage des religiösen Bildes so im Fokus der Konflikte, war z. B. dessen Anwesenheit oder Abwesenheit im Kirchenraum für die konfessionelle Zugehörigkeit von größerer Bedeutung, wurde die Funktion des Bildlichen für die Vorgänge des Glaubens intensiver befragt.
Die im Band versammelten Fallstudien erschließen teils wenig bekannte Werke aus Breslau, Großpolen, Pommern und Nürnberg.