Die Universitäten Leipzig und Ljubljana (Slowenien) führen seit 2002 ein gemeinsames Projekt „Die staatliche Rechtsordnung vor den Herausforderungen durch Technisierung und Internationalisierung“ durch, das durch die beiden Lehrstühle der Juristenfakultät von Prof. Dr. Christoph Enders und Prof. Dr. Michael Kahlo und den Lehrstuhl der Pravna fakulteta von Prof. Dr. Janez Kranjc unter der Beteiligung von Prof. Dr. Damjan Korosec getragen wird. Das Projekt wird durch das Auswärtige Amt der Universität Leipzig unterstützt.
Unter dem Oberthema des länderübergreifenden Projekts fanden
seit 2002 abwechselnd in Leipzig und Ljubljana gemeinsame akademische
Veranstaltungen der Projektbetreuer insbesondere mit grundlegenderem
rechtswissenschaftlichem Bezug statt, an denen deutsche und slowenische
Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter/innen und Professoren sowie
auf dem Gebiet der jeweiligen Veranstaltung besonders ausgewiesene
Gastwissenschaftler/innen teilnahmen.
Die Zielstellung des Projekts besteht darin, Studierende und
Wissenschaftler/innen aus beiden Ländern einander näher zu bringen, so
dass beide Seiten Einblicke in die jeweils andere Rechtslage,
Sichtweise und Methode gewinnen und wichtige Anstöße auch für die
eigene Forschungstätigkeit erhalten können.
Gerade angesichts der gewählten grundlagenbezogenen Rahmenthemen wurde
wiederholt deutlich, dass strukturell ähnliche Konflikt- und
Problemlagen in den beiden Ländern nicht nur aufgrund andersartiger
rechtlicher Regelungen, sondern auch infolge unterschiedlicher
Rechtskulturen und Mentalitäten in ganz verschiedener Weise behandelt
und aufgelöst werden.
Diesen Umstand anzuerkennen und unter gegenseitiger Achtung ungeachtet
dieser Unterschiede zu einem wechselseitigen Verständnis zu gelangen,
ist Aufgabe des Partnerschaftsprojekts im allgemeinen und jeder
zugehörigen Veranstaltung im besonderen.
Diesem Ziel zeigen sich die Beteiligten auf beiden Seiten dauerhaft
verpflichtet.
Nicht nur in dieser fachlichen Hinsicht, sondern auch im
Hinblick auf die kulturellen Hintergründe der beiden Länder findet ein
Austausch statt.
Zu jeder Veranstaltung gehört daher traditionell ein Rahmenprogramm,
welches eine Führung der Gäste durch die jeweilige Stadt sowie
Kurzexkursionen zu kulturhistorisch bedeutenden Sehenswürdigkeiten der
Leipziger bzw. Ljubljanaer Region umfasst.
Die bisherigen Veranstaltungen im Einzelnen:
- SS 2002 (Leipzig):
Seminar "Ethische und rechtliche Grundprobleme der Humangenetik und der
Fortpflanzungsmedizin"
- WS 2002/03 (Ljubljana):
Kolloquium zum Thema "Verfassungsrechtliche Probleme der Biotechnologie
und Fortpflanzungsmedizin" mit abschließendem Vortrag von Prof. Dr.
Christoph Enders
- WS 2003/04 (Ljubljana):
Kolloquium auf Mitarbeiterebene "Die künftige Europäische Verfassung"
mit Vorträgen von Wiss. Ass. Alexander Rädke, Wiss. Mit. Anja Schmidt
und Wiss. Mit. Dr. Benno Zabel
- SS 2004 (Leipzig):
Seminar "Die Internationalisierung des Strafrechts in völker-, europa-
und verfassungsrechtlicher Perspektive" mit Gastvorträgen von Prof. Dr.
Stefan Kadelbach, LL.M. (Münster) und Wiss. Mit. Dr. Katrin Gierhake,
LL.M. (Bonn)
- SS 2005 (Ljubljana):
Seminar "Das Toleranzgebot – Basis oder Selbstaufgabe der modernen
Bürgergesellschaft?"
- SS 2006 (Leipzig):
Seminar "Das Gewaltverbot als Grundlage der Rechtsordnung"
- SS 2007 (Ljubljana):
Seminar "Der Bürger als 'Feind'? Rechtsphilosophische, verfassungs- und
strafrechtliche Aspekte einer kontroversen Rechtsfigur"
- SS 2008 (Leipzig):
„Die Kunstfreiheit ‘im Medienzeitalter’ und der rechtliche Schutz kollidierender Interessen”