Prof. Dr. phil. habil. Klaus Johann Gottfried Richard Zweiling
Lebensdaten ----------------------
geb. 18.02.1900 in Berlin gest. 18.11.1968 in Leipzig Konfession: konfessionslos PND: 137269684
Lebenslauf ----------------------
Studium
1918-1922 Studium der Mathematik, Physik, Philosophie und Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Berlin und Göttingen
Qualifikation
1922 Promotion zum Dr. phil. in Theoretischer Mathematik und Physik an der Universität Göttingen Titel der Arbeit: Über die Anwendung graphischer Methoden bei der Bahnbestimmung der Himmelskörper.
1948 Habilitation im Fach Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin Titel der Arbeit: Philosophie und Naturwissenschaft.
Akademische Karriere
1949-1955 Dozent für Philosophie an der Philosophischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin
1955-1958 Prof mit vollem Lehrauftrag für Dialektischen Materialismus an der Philosophischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin
1958-1960 Prof mit Lehrstuhl an der Philosophischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin
1960-1965 Prof mit Lehrstuhl an der Philosophischen Fakultät der Karl-Marx-Universität Leipzig
Ämter
1960-1964 Direktor des Instituts für Philosophie an der Philosophischen Fakultät der Karl-Marx-Universität Leipzig
Weitere Mitgliedschaften (Auswahl)
Mitglied in der Gewerkschaft seit 1923
Vorstandsmitglied im Verband der Deutschen Presse seit 1946
Mitglied in der VVN seit 1947
Leiter der Sozialistischen Arbeiterjugend in Göttingen 1920-1922
Mitglied der USPD in Göttingen 1920-1922
Mitglied der SPD 1922-1931
Mitglied der SAP 1931-1945
Mitglied der KPD 1945-1946
Mitglied der SED 1946-1968
Präsident der Vereinigung der Philosophischen Institutionen der DDR 1959-1968
Publikationen (Auswahl) ----------------------
Die deutsche Philosophie von 1917-1945, Berlin 1961.
Aufstieg und Niedergang der kapitalistischen Gesellschaft, Berlin 1927.
Grundlagen einer Theorie der biharmonischen Polynome, Berlin 1952.
Gleichgewicht und Stabilität, Berlin 1953.
Der Leninsche Materiebegriff und seine Bestätigung durch die moderne Atomphysik, 4. Aufl., Berlin 1958.
Weitere Informationen ----------------------
1906-1909 Besuch der Kaiser-Friedrich-Schule Berlin-Charlottenburg
1909-1917 Besuch des Bismarck-Gymnasiums in Berlin-Wilmersdorf
1917-1918 Militärdienst im Ersten Weltkrieg
1918 Pioniersoldat im Ersatz-Bataillon 6 in Metz
1923-1924 Arbeit als Laborphysiker bei der C. Lorenz AG in Berlin-Tempelhof
1924-1926 Redakteur bei der sozialdemokratischen Tageszeitung "Volkswille" in Münster (Westfalen)
1927 Arbeit als freier Schriftsteller sowie als Redakteur beim "Sächsischen Tageblatt" in Zwickau (Sachsen)
1928-1931 Chefredakteur bei der sozialdemokratischen "Volkszeitung" in Plauen (Sachsen)
1931-1932 Redakteur bei der "Sozialistischen Arbeiter-Zeitung" in Berlin
1933-1936 Verhaftung, Verurteilung und Haft in den Gefängnissen in Moabit, Plötzensee und Tegel
Auszeichnungen: Medaille "Für Kämpfer gegen den Faschismus 1933-1945"; 1960 Vaterländischen Verdienstorden
1937-1943 Arbeit als selbständiger Mathematiker
1943 Einberufung zur "Frontbewährung" und Kriegsdienst (im Marschbataillon) bis 1944
1944-1945 Lazarettaufenthalte und Dienst im Genesungsbataillon
1945 im April Gefangenschaft durch Belorussische Armee und Teilnahme an Antifa-Frontschule
1945-1946 Redakteur bei der "Deutschen Volkszeitung", der "Sozialistischen Einheit" sowie beim "Vorwärts" in Berlin
1946-1949 Chefredakteur der "Einheit" (dort nach einer Kampagne gegen ehemalige SAPD-Mitglieder entlassen)
1949-1955 Dozent für Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin
1949-1955 Verlagsleiter beim Verlag Technik in Berlin
1960-1964 Mitglied der Senatskommission für die Gesellschaftswissenschaften an der Karl-Marx-Universität Leipzig
1960-1964 Mitglied des Redaktionskollegiums der Deutschen Zeitschrift für Philosophie
1960-1964 Mitglied und Vorsitzender des Beirates für Philosophie beim Staatssekretariat für Hochschulwesen
Freitod
Mitglied im Redaktionskollegium der Deutschen Zeitschrift für Philosophie
Art., in: SBZ-Biographie. Ein biographisches Nachschlagewerk über die Sowjetische Besatzungszone, Bonn/Berlin 1964, S. 399.
Klaus Zweiling sechzig Jahre, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie 8 (1960), H. 3, S. 340-341.
Klaus Zweiling zum 65. Geburtstag, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie 13 (1965), H. 2, S. 256.
Prof. Zweiling gestorben, in: Leipziger Volkszeitung vom 21. November 1968.
Matthäus Klein (Hrsg.), Zur Geschichte marxistisch-leninistischer Philosophie in Deutschland, Bd. 3: Von 1945 bis Anfang der sechziger Jahre, Berlin 1979.
Erhard Lange/Dietrich Alexander (Hrsg.), Philosophenlexikon, Berlin 1987 (4. Aufl.), S. 325-326.
Jochen Cerny (Hrsg.), Wer war wer - DDR. Ein biographisches Lexikon, Berlin 1992, S. 509.
Gabriele Baumgarten/Dieter Helbig (Hrsg.), Biographisches Handbuch der SBZ/DDR 1945-1990, München 1997, S. 1052.
Peter Ruben, Klaus Zweiling, der Lehrer, in: Volker Gerhardt/Hans-Christoph Rauh (Hrsg.), Anfänge der DDR-Philosophie: Ansprüche, Ohnmacht, Scheitern (1945-1958), Berlin 2001, S. 360-387.
Klaus Dieter Eichler, Philosophie, in: Ulrich von Hehl/Uwe John/Manfred Rudersdorf (Hrsg.), Geschichte der Universität Leipzig 1409-2009, Bd. 4/1: Fakultäten, Instituten, Zentral Einrichtungen, Leipzig 2009, S. 814-825.
Art:Klaus Johann Gottfried Richard Zweiling
in: Professorenkatalog der Universität Leipzig / Catalogus Professorum Lipsiensium,
Herausgegeben vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte,
Historisches Seminar der Universität Leipzig.
Link: http://www.uni-leipzig.de/unigeschichte/professorenkatalog/leipzig/Zweiling_2508
Datum: 19.05.2013