Projekthintergrund

Das Medienkonvergenz Monitoring untersucht, wie sich Heranwachsende die konvergierenden Medienwelten aneignen. Zwischen März 2003 und Januar 2006 begleitete das Projekt die Studien zum "Umgang Heranwachsender mit Konvergenz im Medienensemble" des JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (München). Seit August 2006 wird das Medienkonvergenz Monitoring als eigenständiges Projekt fortgeführt. Im Zentrum steht die Beobachtung aktueller Entwicklungen in der konvergenzbezogenen Medienaneignung Jugendlicher. Darüber hinaus fokussiert das Medienkonvergenz Monitoring auf die Prozesse der Identitätsarbeit Jugendlicher mit dem konvergenten Medienensemble. Die Ergebnisse aus regelmäßigen quantitativen Onlinebefragungen sowie qualitativen Intensivinterviews mit Heranwachsenden im Alter von 12 bis 19 Jahren werden insbesondere unter der Langzeitperspektive ausgewertet und in Form von Reports der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Medienkonvergenz Monitoring wird von der Professur für Medienpädagogik und Weiterbildung der Universität Leipzig durchgeführt und von der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) gefördert.

Begriff Medienkonvergenz

Medienkonvergenz beschreibt das Zusammenwachsen ehemals getrennter Medienbereiche und findet auf einer technischen und auf einer inhaltlichen Ebene statt. Technische Konvergenz bezieht sich auf das Zusammenlaufen von Übertragungswegen auf Basis der Digitalisierung medialer Daten, bspw. die Möglichkeit über das Internet oder das Handy fernzusehen oder Radio zu hören. Diese Perspektive der Konvergenz rückt insbesondere die multifunktionalen Medien Computer, Internet und Handy in das Blickfeld. Inhaltliche Konvergenz bezieht sich auf die Möglichkeit, einen Inhalt über verschiedenste Medien und mediale Tätigkeiten zu verfolgen. Inhalte wie Harry Potter sind schon längst nicht mehr nur an einzelne Medien wie das Buch gebunden, sondern werden gleichzeitig auch als Film, Computerspiel, Internetseite oder Hörbuch angeboten. Zudem können Mediennutzende im Internet über Harry Potter kommunizieren (bspw. in Foren) oder selbst Inhalte kreieren (bspw. in Form von Weblogs oder Podcasts) und dadurch inhaltlich konvergente Angebote produzieren. Die inhaltliche Konvergenz ermöglicht demnach rezeptive, interaktive, kommunikative und produktive Tätigkeiten mit Medien zu einem bestimmten Inhalt. Computer und Internet nehmen in diesem Zusammenhang die Funktion wichtiger Schaltstellen im Medienensemble ein.

Forschung aus der Perspektive der Nutzenden

Allein die Beobachtung der Angebotsentwicklung erlaubt noch keine Rückschlüsse darauf, welche Bedeutung die konvergierenden Medienwelten für Heranwachsende erlangen. Eine Betrachtung dessen, was sie mit und in den Medien vor dem Hintergrund verschiedener individueller und sozialer Kontexte machen, bleibt in der wissenschaftlichen Diskussion allzu oft aus. Das Medienkonvergenz Monitoring betrachtet Medienkonvergenz primär aus der Perspektive Heranwachsender und nimmt ihre Aneignung des konvergenten Medienensembles in den Blick. Welche Angebote nehmen Heranwachsende in Gebrauch? Wie stellen sie sich ihr individuelles Medienmenü zusammen? Und welche Bedeutung erlangen die Angebote der konvergenten Medienwelt in ihren Lebensvollzügen? Erst die Untersuchung der Konvergenz aus NutzerInnenperspektive ermöglicht es, Potenziale und Risiken im Zusammenhang mit Medienkonvergenz einzuschätzen und pädagogische Konsequenzen abzuleiten.

Untersuchungsdesign

Die Untersuchung verknüpft quantitative Methoden (regelmäßige Onlinebefragungen, die unter der Langzeitperspektive ausgewertet werden) und qualitative Methoden (Intensivinterviews). Somit kann einerseits die konvergenzbezogene Mediennutzung in der Breite erfasst und andererseits genauer nachvollzogen werden, wie sich Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 19 Jahren bestimmten Medienangeboten zuwenden, welche Wege sie im Medienensemble beschreiten und welche Motive und Interessen mit der konvergenzbezogenen Medienaneignung verbunden sind.

Ergebnisschwerpunkte

Das Medienkonvergenz Monitoring wandte sich bislang der umfassenden Erfassung der Nutzung des konvergenten Medienensembles durch Heranwachsende zu. Im Mittelpunkt standen dabei die Aneignung der multifunktionalen Medien Computer, Handy und Internet sowie die Aneignung des konvergenten Medienensembles ausgehend von medialen Präferenzen in den Bereichen Film, Musik, Fernsendungen und elektronische Spiele. Darüber hinaus wurde die Aneignung von Onlinespielen, Videoplattformen, von Sozialen Online-Netzwerken und hörmedialien Online-Angeboten durch Jugendliche fokussiert.


Publikationen des Medienkonvergenz Monitoring

Ergebnisse des Medienkonvergenz Monitoring

Artikel, Fachvorträge, Tagungen und Workshops der ProjektmitarbeiterInnen